Das Amtshaus Bad Bederkesa
Das Amtshaus Bad Bederkesa

Die Geschichte des Amtshauses


Der Ortsheimatpfleger Ernst Beplate aus Bederkesa hat folgende Information verfasst:

 

Zum Werdegang des Amtshauses  

 

Seitdem die Tagespresse über eine mögliche Neunutzung des sogenannten Amtshauses berichtet hat, fragen mich immer wieder Bederkesaer, wo sie etwas über dieses Gebäude nachlesen können. Leider gibt es keine zusammenfassende Schrift über das Objekt, daher hier eine Zusammenraffung meiner Forschungsergebnisse im Stadtarchiv in Stade.

Zunächst etwas zum Namen des einzigen Barockgebäudes in Bederkesa. Die Bezeichnung Amtshaus ist historisch nicht korrekt. Solange das Anwesen von der Amtsverwaltung Bederkesa genutzt wurde, trug es die amtliche Bezeichnung Amtsschreiberwohnung oder 2. Beamtenwohnung auch 2. Beamtenhaus. Unter Amtshaus lief dagegen nur das Gebäude, das heute das Museum Bad Bederkesa beherbergt.

Entstanden ist das wie ein kleines preußisches Gutshaus wirkende architektonische Kleinod in den Jahren 1738 bis 1740 und galt bei den Bederkesaern lange Zeit hindurch als Sehenwürdigkeit. Im Unterschied zu ihren in Fachwerkbauweise errichteten Niedersachsenhäusern gab sich das barocke Haus vom Souterrain bis zu den Giebeln massiv, wobei man für die Grundmauern die kostengünstigen Feldsteine (Granit) nahm, für die Belle Etage dagegen Ziegelsteine, die zunächst unverputzt blieben. Erst als sich der Ziegel als wenig wasserabweisend erwies, erhielt das Gebäude seinen heutigen Außenputz. Die Baukosten betrugen übrigens 3 500 Reichstaler.

Anfang März 1741 fertigte ein gewisser Wagner im Namen der Regierung in Stade eine Beschreibung "über die beym Orte Bederkesa neu erbauete Amt=Schreiber Wohnung und Stalle samt der Befriedigung des Hofes" an. Amtsschreiber Johann Christian Heider, der erste Bewohner des Neubaus, bescheinigte die Richtigkeit.

(...) 1770 erhielt das Anwesen seinen eigenen Brunnen, was die Amtskasse mit 62 Reichstalern belastete.

Von der Franzosenzeit (1810 - 1813) abgesehen, diente das Anwesen bis 1852 dem Amtsschreiber - ab 1824 Amtsassessor genannt - als Diestwohnung und Büro. Erst die große Verwaltungsreform von 1852 im Königreich Hannover schuf einen Wandel. Nun nahm der Amtmann hier Wohnung, die Amtsstube blieb aber in der Burg. Mitte 1859 hörte das Amt Bederkesa auf zu bestehen, der Barockbau wurde nicht mehr benötigt.

Anzumerken sei, dass 1852 kein Bewohnerwechsel stattfand Amtmann Friedrich von der Decken, der 1839 als Amtsassessor in das heutige Amtshaus gezogen war, behielt nach seiner Ernennung zum Amtmann seine Wohnung bei und starb dort 1859 mit 57 Jahren.

Nach der Auflösung der Amtsverwaltung entschloss sich die Regierung in Hannover, das Amtshaus (Burg), die frühere 2. Beamtenwohnung (heute Amtshaus) sowie das Gefangenhaus (zuletzt Polizeistation) zu verkaufen.

Doch die Gebote fielen am 12. April 1861 auf der Leher Amtsstube zu gering aus, keines der Gebäude wechselte den Eigentümer. Unterdessen war der Barockbau aber ab dem 1. Januar 1861 an Gerichtsvogt Rathoff vermietet worden. Der Mann gehörte sogar mit zu den Bietern bei der Versteigerung, doch er kam mit 2 600 Talern nicht zum Zug, genau wie der Altenbrucher Hofbesitzer Johann H.F. Hartung mit seinen immerhin

3 255 Talern. Hannover erwartete mehr.

Rathoff wechselte bald wieder die Wohnung und das Barockgebäude wurde ab Mai 1862 an Gutspächter Jungbluth aus Fickmühlen auf ein Jahr bei 40 Talern Jahresmiete vergeben. Doch der Mieter blieb dann bis Anfang 1865, um Oberförster a.D. Walter zu weichen. Dessen Mietverhältnis endete 1869, denn sein Nachfolger - Oberförster Davids - wollte unbeding von Holzurburg hierher ziehen.

Für über ein Jahrhundert diente nun die ehemalige Amtsschreiberwohnung als Oberförsterei, bzw. als Forstamt mit Dienstwohnung.

 

 

 

 

 

 

 

 

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